...ein verschütteter Stadtteil im Duisburger Norden

Das Königsgrab im Kiebitzberg

Der Volkssage vom Königsgrab im Kiebitzberg nach ist auf der Aldenrader Heide im Kiebitzberg ein König in einem goldenen Sarg begraben. Die Sage ist als Niederschrift in einer Familienchronik überliefert:

»Beim Kiwitzberg hat ein reicher König aus heidnischer Vorzeit sein Grab. Golden ist der Sarg, viel goldene Schätze sind in ihm bestattet.
Aber niemand weiß die Stelle. Alle zwölf Jahre einmal nur öffnet sich die Grabstätte in der geheimnisvollen Johannisnacht. Wer dann an dem verrufenen Orte vorbeikommt, der sieht das edle Metall der Gefäße gleißen und blitzen, und es gelüstet ihn, die Hand danach auszustrecken. Doch wehe ihm, wenn er der Versuchung erliegt! Ein Fluch liegt auf dem Golde. Er findet den Weg aus dem Grabe nicht mehr und muß elendiglich darinnen verderben. Nur wer unverschuldet in Armut geraten ist, dem ist es vergönnt, eines der Schmuckstücke zu nehmen. Aber auch ihn trifft der Fluch, wenn die Gier ihn etwa verlockt, mehr davon an sich zu reißen.

Einst fand Bauer Derk vom Werthhof das Königsgrab offen. Er durfte es wohl wagen, die Hand nach einem der goldenen Becher auszustrecken; denn beim letzten Hochwasser war ihm sein Vieh ertrunken. Da packte ihn die Lust, mehr von dem Horte zu nehmen. Rettungslos wäre er dem Verderben verfallen, hätte ihn nicht im letzten Augenblick eine Stimme aus dem Sarge gewarnt:

Derk, Derk! Lot stoon! Lot stoon!
Sös kas dou ni mehr na buten goon!

Da wandte er sich, vom Grauen gepackt, und floh von der unheimlichen Stelle. Für den Becher aber löste er so viel, daß all seine Not ein Ende hatte.«

(aus »Geschichte der Stadt Duisburg«, Averdunk / Ring, 2. Auflage 1949, S. 14/15)

1935
Rudolf Stampfuß findet zufällig im Schwelgernfeld einen fränkischen Begräbnisplatz. Die Grabbeigaben zeigen, dass dort im 6. und 7. Jahrhundert Tote beigesetzt wurden. Die Gräber sind jedoch in karolingischer Zeit schon einmal geöffnet und wohl auch geplündert worden.